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Nikon L35TW AF – Diese kleinen Mistviecher

…erstaunen mich immer wieder!
Wenn Ihr bei maniacphotos neutrale Berichterstattung erwartet/sucht, seid Ihr hier Fehl am Platze 😉 Das ist reine Theorie 😉 Somit muss ich wie immer gestehen: Eine Point&Shoot wie die Nikon L35TW AF steht nie oben auf meiner Wunschliste zum Testen… Und haut dann wiederum qualitativ Sachen raus, wo ich denke: Diese Mistviecher haben doch ihre Daseinsberechtigung!

 

 

1986er Baujahr, keine technischen Spielereien in den Modi wie die Rollei Prego 145 → eine einfachste Point&Shoot par exellence! Die Nikon L35TW AF hat zwei Brennweitemöglichkeiten: 38 ODER 65 mm. Die Einstellung wird unter dem On-/Off-Schalter gewählt. Leider hatte ich es des Öfteren, dass ich mit der Kamera am Auge mit den Zeigefinger den falschen Hebel erwischt/betätigt habe. Dementsprechend habe ich den Fotoapparat ausgemacht und nicht gezoomt wie ursprünglich geplant 🙁 Meine Logik sagt mir einfach: Direkt am Auslöser ist die kürzere Entfernung für schnelle Amtshandlungen und somit wird dort zwischen „Wide“ und „Tele“ gewechselt. Falsch gedacht. Ich als alter Ingenieur ( 😉 ) hätte die beiden Schalter getauscht! 😉 Nun gut; nichts Gravierendes. Arbeitet Ihr regelmäßiger als ich mit der Nikon L35TW AF habt Ihr den Dreh dann ja irgendwann raus. Oder generell nicht dieses Kopfdingen wie ich 😉

Mit dem Oval in der Suchermitte gebt Ihr der Kamera vor, welches Objekt Ihr scharf haben möchtet. Denkt daran: Vor dem Auslösen immer erst nur halb durchdrücken, um der Technik die Chance zu geben und zu messen und zu wissen, worauf Ihr Wert legt (und ja – diese Beschreibung ist für den ein oder anderen selbstverständlich und muss nicht kontinuierlich im Blog erwähnt werden. Aber hey – waren wir nicht alle mal Anfänger?! Und vielleicht hält ein Leser zum ersten Mal eine Point&Shoot in den Händen. Geben wir ihm unsere Kenntnisse mit an die Hand für möglichst wenig Mißerfolge 😉 ).
Seid Ihr unterhalb der Scharfstellgrenze, gibt die Nikon ein grelles Piepsen als Warnung von sich. Keiner Tipp: Stellt die Kamera auf „Wide“ und das selbe Motiv wird dann wahrscheinlich trotzdem klappen 😉 Und die Kamera ist treffsicher mit ihrer Schärfe, wie man hier bei dem Werbebild zwischen den Einkaufswagenstäben sehr schön sehen kann!

 

 

Das besagte Umschalten der Brennweiten erfolgt im Übrigen sehr geräuschintensiv und recht träge 😉 Gut ist jedoch, dass sich gleichzeitig ein Konverter in den Sucher schiebt, so dass sich die Ansicht der Bildausschnittänderung anpasst.
Auch die Blenden sind nicht zu verachten! Bei einer Blende von 1:3,5 bei 38 mm und 1:5,6 bei 65 mm kann sich manch modernere Point&Shoot (wie z.B. die Olympus mju zoom) dahinter verstecken! Wie hier die Ergebnisse in der Kirche ohne Blitz! Sehr schön die Stimmung eingefangen!

 

 

Auch das zweite Gotteshausfoto: Die Nikon L35TW AF haut eine beachtliche Schärfe samt Kontrast raus (Film: Kentmere 400)

 

Der Blitz springt bei zu geringer Lichtquelle automatisch hoch. Möchtet Ihr es trotzdem wagen, ohne Blitz zu fotografieren, den Auslöser halb drücken, den Blitz währenddessen einfach wieder zurück ins Gehäuse drücken und dann komplett auslösen. Wollt Ihr das Gegenteil: Ein Blitzen trotz ausreichender Sonne (z.B. um eine Person bei Gegenlicht aufzuhellen): Einfach einen Finger auf den Sensor (das Loch) neben der Linse halten und die Nikon denkt, es sei zu düster und aktiviert den Blitz 😉
Das Handbuch der Nikon gibt auch den Tipp, den Autofokus nicht auf glänzende/reflektierende/spiegelnde Motive zu richten – das scheint die Messung zu irritieren. Dann ein Objekt in ungefähr gleicher Entfernung fixieren und den Bildausschnitt mit halbgedrücktem Auslöser wieder zum Ursprung verschieben.

Einen Selftimer gibt es auch. Dafür den kleinen, unhandlichen Hebel (ich hoffe, Ihr habt lange Fingernägel) nach unten schieben, bis das „Uhrensymbol“ oben mittig im Display erscheint. Erst danach als Schritt zwei die Schärfe und die Endauslösung wie eh und je betätigen. Das Piepen zeigt Euch, dass Ihr nun losrennen solltet 😉

Also: Ein Handschmeichler ist sie nicht und das Gewicht und die Motorengeräusche der Nikon L35TW AF sind nicht jedermanns Sache. Aber die Qualität und die konstanten Ergebnisse sollten es ein Versuch wert sein!

Hier die nackten Fakten!
Hersteller Nikon im Jahr 1986, DX-Codierung auf dem Film notwendig, verwendeter Film: Kentmere 400, 2x AA-Batterien, aka Nikon Tele Touch

 

 

 

 

 

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