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Revue 35 FC – Außergewöhnliches Design gepaart mit Schärfe

Die Revue 35 FC war eine unserer ersten Point & Shoots. Des Namens und Aussehens nach, war sie wahrscheinlich günstig 😉 Steht ja auch nicht Canon, Nikon oder Leica darauf… 😉 Der Originalwert der Kamera lag laut Karton bei 129 DM…

 

 

Für viele (Hobby-)Fotografen ist sie somit nicht „wertig“ genug, um damit auf der Straße zu flanieren 😉 Die Olympus mju hat sich mittlerweile in dieser „Szene“ und Sparte den Kultstatus erarbeitet und ist quasi die neue Blaue Mauritius… Deren Fotos befinden sich während dieser Zeilen in der Entwicklung und ich bin gespannt, ob ich bei der mju genau so einen „Wow-Effekt“ beim Abholen haben werde wie bei der Revue 35 FC!

 

 

Unsere Mission in diesem Blog: Auch underrated Kameras eine Chance auf ein zweites Leben zu geben! Und: Die Schärfe dieses kleinen Dingen ist überraschend und überzeugend!!! Und auffallen werdet ihr beim Flanieren wegen ihrer Optik noch zusätzlich 😉 Für mich schon recht nah an den ausgefallenen APS-Kameras ein paar Jahrzehnte später dran. Diese haben auch oft mit extravagantem Design bestochen. Die meisten Point & Shoots zu dieser Zeit besaßen nur eine kleine Klappe vor der Linse und kein aufspringendes Modul nach oben 😉

Durch das Ziehen am Spannhebel aktiviert Ihr die Revue 35 FC. Die Schutzkappe springt nach oben auf und legt die 3er-Linse mit der Festbrennweite von 38 mm sowie den Sucher frei. Ihr müsst fürs eventuelle Blitzen vorher die DIN neben der Linse einstellen, welches wiederum die Lichtreichweite regelt. DIN 21 (ASA 100) = 1,5-3 m, DIN 24 (ASA 200) = 2-4,5 m und DIN 27 (ASA 400) für 3-6 m. Diese Zahlen und Werte müsst Ihr jedoch nicht auswendig lernen; sie stehen bei geöffnetem Zustand rückseitig auf der Klappe 😉

 

 

Diese kleine, leichte Revue war zeitgleich mit dem Lordomat und der Zeiss Ikon unterwegs 😉 Und da ich somit den direkten Vergleich habe: Sie liegt qualitativ genau in der Mitte! In Sachen Handhabung brauchen wir mit den beiden Mitbewerbern natürlich nicht zu vergleichen! Keine Gedanken um Entfernung oder Blenden- und Zeitfenster machen. Gegen die Linse und die Größe des Rollfilmes der Zeiss hat sie keine Chance – die Leidolf lässt sie aber um Längen hinter sich! Bei der Radtour, in Düsseldorf bei Gegenlicht oder bei detailreichen Fotos auf der Kirmes! Das kleine Biest ist top!!!

 

 

Hier und da hat „mein“ Fotoapparat nur leider nicht ordentlich weitertransportiert 🙁 So sind dementsprechend manche Bilder überlagert, obwohl die Revue 35 FC eigentlich einen Doppelbelichtungsschutz hat. Im Nachhinein und im leeren Zustand bei geöffneter Rückklappe ist kein Fehler beim Spannen zu erkennen… Pech.

 

 

Bei Eurer Motivwahl müsst Ihr wissen, dass die Linse ab 1,5 m bis unendlich scharf stellt. Die generelle Belichtungszeit von 1/125stel ist natürlich Optimum gegen ein Verwackeln.

Bzw. habe ich noch ein kleines Verständnisproblem meinerseits in Sachen Objektabstand. Denn mir liegt die originale Bedienungsanleitung vor und ich zitiere: „Ihre Kamera ist fabrikmäßig auf beste Ergebnisse im Bereich von 1,5 m bis unendlich eingestellt.“ In der Rubrik „Blitzaufnahmen“ steht dann jedoch dies zu lesen: „Im Nahbereich (0,7 bis 1,5 m) ist – unabhängig von der Filmempfindlichkeit – zusätzlich der Schalter in Richtung Blitzsymbol zu schieben und bei den Aufnahmen in der Position zu halten.“ Hääää???? Das widerspricht sich doch?! Also möchte ich gut ausgeleuchtete, aber unscharfe Bilder? Um Aufklärung gegen meinen Knoten im Kopf wird gerne gebeten 😉

Kommen wir eben zum besagten Blitz. Generell befinden sich zwei LED`s auf der Rückwand. Reichen die Lichtverhältnisse, gibt eine grüne Lampe „grünes Licht“ 😉 Ist es der Kamera jedoch zu dunkel, schaltet sich generell der Blitz ein, der mit einer roten LED sagt, dass er gerade Spannung aufbaut. Sind beide Leuchten dann gleichzeitig an, könnt Ihr loslegen. Generell geht die Revue 35 FC nach 40 sec des Nichtgebrauches in den Sparmodus über. Solltet Ihr die Lichtverhältnisse wieder abchecken wollen, den Auslöser leicht drücken, damit die Messung wieder aktiviert wird.

 

 

Ich würde Euch raten, dass ihr die Gelegenheit beim Schopfe ergreift, wenn Euch eine Revue 35 FC vor die Nase fällt! Eine durchaus positive Überraschung meinerseits!

Endlich mal wieder nackte Fakten:
Produzent Haking in Hong Kong; Vertrieb über Foto Quelle; Baujahr 1983, auch bekannt als Haking Compact-SC, Halina Micro 35, Miranda 35MC und Ansco 2000 Micro 35; Batterien: 2x AAA; Brennweite 38 mm; Belichtungszeit 1/125; verwendeter Film: Ilford XP2 Super 400

 

 

 

 

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