Ricoh 500G â Wer kann, der kann!
Ich war mir wirklich sicher! Ich habe mit der Ricoh 500G schon fotografiert! Ich hatte sie doch fĂŒr den Urlaub in Skopje ausgesucht und und nannte den Umgang mit ihr da schon âschwierigâ, nicht kreativfördernd… Ich wurde irgendwie nicht mit ihr warm und habe stets andere analoge Kameras bevorzugt.. Und dann bei spĂ€teren AusflĂŒgen: Wo ist eigentlich diese Ricoh 500G??? Nicht auffindbar. Hatte ich sie in Nordmazedonien liegen lassen? Zweifel. Wochen spĂ€ter ist sie wieder aufgetaucht. Genau so, wie sie verschwunden war: Unscheinbar. Keine Erinnerung mehr daran, wo sie denn nun lag, wo sie gefunden wurde…
Spricht erst mal nicht wirklich FĂR die Ricoh 500G als analoge Begleitung đ
Und nach der Abholung der Fotos muss man gestehen: Verdammt! HĂ€tte ich mit dieser QualitĂ€t gerechnet, wĂ€re ich wahrscheinlich nicht so uncharmant mit ihr umgegangen, sondern hĂ€tte sie eher bewacht wie âmeeeeein Schaaaaatzâ! đ
Mit dem Santa Color 100 (aka Kodak Aercolor) war ich mal wieder etwas experimenteller unterwegs. Wie man sieht, sind die Fotos hier und da etwas rotstichig â somit sind die Farbverschiebungen gewollt und kein MHD-Problem đ Ein beherztes Ziehen am RĂŒckspulknopf und schon ist der Film eingelegt.
Die Ricoh 500G sieht leichter aus, als sie tatsÀchlich ist. In der Hand macht sie einen wertigeren Eindruck (auch wenn ich dies von der Optik in dem Moment noch nicht bestÀtigen kann).
Apropos Optik. Genau deswegen war sie bei mir oftmals die zweite Wahl. Der Sucher ist sehr dunkel, blaustichig und der Mischbildentfernungsmesser hat mir dann komplett den Rest gegeben. Wie lange man in den Sucher starrt und doch noch mal nach rechts und links dreht, weil man sich unsicher ist, ob die Motive in der Mitte wirklich komplett ĂŒberlappen. Und dann habt Ihr solche Motive wie diese hier:
Welcher Stab ist bitte welcher?
Ist das der richtige Ast oder doch der daneben?!
Da dreht das Auge und Hirn komplett durch! đ Weit weg von einer SchnappschussmentalitĂ€t. Auch ist der schmale, nahe Einstellring zur Kamera kontraproduktiv. Oftmals sind die eigenen Finger leider im Sucher im Weg…
Habt Ihr jedoch diese Konzentration (Geduld = weg von der Schnelllebigkeit), werden die Fotos richtig gut!!! Die Optik der Ricoh 500G ist unauffĂ€lliger als die Ergebnisse! Eine Kaufempfehlung, wenn ich hier so etwas aussprechen darf đ
Meine Ricoh 500G wird wohl das bekannte Dichtungsproblem besitzen. Bei einigen Fotos scheint sich ein Seitenlicht eingeschlichen zu haben.
Eine weitere HĂŒrde bei diese analogen Sucherkamera ist der Spannhebel. Ihr könnt zwar nur 1x auslösen und habt nicht die Gefahr der Doppelbelichtung. Jedoch könnt Ihr den Fotoapparat beliebig oft aufziehen, wie Ihr möchtet. Gewöhnt Euch somit einen bestimmten Rhythmus an. Zwar nichts Weltbewegendes â aber die Filme und Entwicklung haben schlieĂlich auch ihren Preis đ
Same preseacher as every camera: âNatĂŒrlichâ habe ich wieder ohne Belichtungsmesser/Batterie fotografiert đ So kann ich zu deren ZuverlĂ€ssigkeit keine Aussage treffen! Habt Ihr die Kamera verstromt, könnt Ihr die Blende auf Automatik setzen oder Euch die Belichtungszeit aussuchen und die Kamera schlĂ€gt Euch die Blende im Sucher vor (denkt bei dieser Nutzung daran, die richtige ASA Eures Filmes vorab unterhalb der Linse einzustellen!). Wie gesagt: Ich habe mich fĂŒr Eigenkoordination von Blende und Zeit ohne technische Hilfsmittel entschieden.
Neben der SchĂ€rfe ĂŒberzeugt natĂŒrlich die Kompaktheit dieser analogen Ricoh 500G! Sie wĂ€re nicht an so viele Fotospots mitgereist, wenn ich mir jedes Mal hĂ€tte ĂŒberlegen mĂŒssen, ob ich Lust hĂ€tte, den TrĂŒmmer an Kamera mit mir herum zu schleppen đ Auch wenn sie sooooo kompakt war, dass sie sich ein paar Wochen Urlaub irgendwo im Schrank genommen hat đ
Die nackten Fakten
Hersteller Ricoh in den Jahren 1971&72, Batterie: SR44 falls gewollt, Film: Santa Color 100/Kodak Aercolor, Brennweite f=40 mm, Blende 2,8-16, Belichtungsspielraum: 1/8-1/500
Loretta 71%
Technik 55
Optik/Haptik 78
Spassfaktor 62
FotoqualitÀt 87


