35mm,  Porst,  Review,  Silke,  Spiegelreflex

Porst reflex cx6 – Durchschnitt… Ist sie das?

Wie würde Andre so schön sagen? „Sie kann doch, was sie können muss!?!“
Wenn man zur Porst reflex cx6 mit dem Pentaflex 1,8/50 greift, darf man durchaus scharfe Fotos erwarten! Im Vergleich zu der Minolta X 370 s (die Rezension lässt noch auf sich warten 😉 ) fällt sie „natürlich“ etwas hinten ab – aber von einer Enttäuschung kann ich nicht sprechen, als ich die Bilder der Porst reflex cx6 in den Händen halte.

 

 

Als Einsteiger-Modell in die Spiegelreflex-Fotografie ist die Porst reflex cx6 durchaus brauchbar. Denn schließlich könnt Ihr hier mit der Tiefenschärfe durch die Blendenwahl und Bewegungsschärfe/-unschärfe durch die Belichtungszeit Eurer Kreativität freien Lauf lassen. Unterstützt durch den integrierten Belichtungsmesser ein Herantasten an die Thematik, wie ich was für welchen Effekt einstellen muss. Möchtet Ihr eine optimale Ausleuchtung oder ist gerade eine leichte Unterbelichtung für das Motiv spannend?

 

 

Solltet Ihr Euch noch in dieser besagten „Übungsphase“ befinden, bleibt Euch nichts anderes übrig, als ein Fototagebuch zu führen. Wichtig als erstes: Welche ISO hatte mein Film? Welche Lichtverhältnisse waren an diesem Tag vor Ort gegeben? War starker Sonnenschein mit extremem Schattenwurf oder etwa bewölkt? Macht zwei, drei Bilder von dem selben Motiv mit verschiedenen Blenden und Zeiten. Notiert jede einzelne Aufnahme im Buch um zu verstehen, wie sich die Blende auf Euren Fokus auswirkt! Vielleicht erst mal im Optimumbereich der Belichtung (bei der Porst reflex cx6 bedeutet dies, dass sich die Nadel im Sucher durch einen Druck auf den Schalter neben dem Auslöser am Objektiv im Kreis befinden sollte. Halt! Habt Ihr die richtige ISO am Stellrad der Verschlusszeiten richtig eingestellt?! Wenn nicht, eben den äußeren Ring anheben und korrigieren). Seid Ihr Euch nun im Klaren, wie Eure Bildkomposition davon abhängt, könnt Ihr ja auch mal bewusst unterbelichten. Gibt das dem Motiv eine besondere Stimmung? Ihr seid der Herr der Spiegelreflex und nicht die Point&Shoot über Euch! 😉 Fordert Eure Gehirnzellen vor dem Auslösen und nicht einfach ChatGPT 😉

 

 

Ich selber habe ab dem 25. Bild den Belichtungsmesser genutzt. Davor war es mein Bauchgefühl. Die Ergebnisse sind relativ identisch. Man sagt dem Kodak Gold 200 ja auch nach, sehr gutmütig zu sein. Die Ergebnisse, die durch die Messung der Porst reflex cx6 entstanden sind, mögen vielleicht ein Tickchen zu hell sein. Dies kann wiederum an der Batterie liegen. Denn für die Lichtmessung wird eigentlich eine 1,35 V Batterie-Zelle benötigt. Diese sind jedoch nicht mehr zu bekommen, so dass man „nur noch“ die V 625 U-Variante mit 1,5 V einsetzen kann. Somit können die leicht verzerrten Messwerte mit der nicht ganz kompatiblem Stromversorgung zusammen hängen. Die Ergebnisse sind aber wie gesagt kein Weltuntergang – die kleine Verschiebung kann man dann ja mit der Positiventwicklung ausgleichen.

Qualitativ habe ich nun einen recht guten Vergleich zur Olympus mju zoom, da mich die Porst reflex cx6 ebenfalls mit zu den Tulpenfeldern begleitet hat. Erwähnte ich schon nebenbei, dass mir die ganzen Influencer/Selbstdarsteller in diesen Feldern mächtig auf den (nicht vorhandenen) Sa.. gehen?! Alle hocken sie romantisch zwischen den Tulpen… Dass man aber auf den Weg dahin von rasenden E-Bike-Fahrern permanent angeklingelt wird (wo ist nur der gute Mindestabstand von Corona geblieben 😉 😉 😉 ) und man echt einen guten Blickwinkel braucht, wenn man gerade mal keinen Menschen mit auf dem Bild haben möchte, erzählt keiner… Entspannung im Grünen sieht anders aus, wie sie im Internet suggeriert wird 😉 P.S.: Vielleicht war ich auch einfach nur pissig auf die Elektro-Räder, weil wir am Verleih nur noch alte Drahtesel bekommen haben… War ich am Ende des Tages sauer auf den Gegenwind, der einen auf der platten, niederländischen Ebene brutalst selbst im ersten Gang die Oberschenkel schmerzen ließ! 🙁 😉

 

 

Ich habe mich verquatscht… Qualitativ zeigt sich da mal wieder der Vorteil einer Spiegelreflex zu einer Point&Shoot: Ich kann viel näher an das Motiv heran und natürlich punktuell entscheiden, wo meine Schärfe liegen soll (wie oben schon beschrieben). Die Schärfe der Olympus und der Porst würde ich fast gleichauf nennen. Jedoch hat das Pentaflex durch eine bessere Detailgenauigkeit die Nase vorn. Diese schwächelt jedoch bei Landschaftsaufnahmen. Bei bedecktem Himmel und einem Blick in die Ferne werden die Bilder schwammig.

 

 

Auch habt Ihr beim Thema Streetfotografie ein leichtes Nachsehen. Natürlich nicht bei Stillleben von Gebäuden. Sondern von dem manuellen Fokus ausgehend. Ein spontanes, bewegtes Motiv per Hand scharf stellen? Viel Glück… Man siehe hier in Duisburg… Ist das eher Euer Schwerpunkt, wählt die neueren Spiegelreflex-Kameras mit Autofokus. Da habt Ihr alle Vorteile der Bleden-/Zeitkombi gepaart mit einem schnellen Autofokus.

 

 

Geschweige denn, dass der Porst reflex cx6 generell ein ordentliches Hilfsmittel zur Schärfejustierung fehlt. Kein Schnittbildindikator, der einen Kreis im Sucher teilt und man zur Schärfe die versetzten Linien aneinanderfügen muss. Hohe Konzentration ist nötig, damit man erkennt, dass sich das Wabenmuster im Kreis aufgelöst hat und scharf ist. Hier erfahrt Ihr spätestens beim Abholen der Bilder, ob Ihr eine Brille braucht 😉

Warum diese analoge Kamera bei Loretta insgesamt vermeintlich so schlecht abschneidet? Nicht, weil sie schlecht ist! Aber denkt daran: Wir ermitteln für uns SUBJEKTIV die Prozentzahlen! Alleine die Meinung der Optik eines Gerätes geht bei Andre und bei mir oftmals meilenweit auseinander!!! Auch verbindet jeder mit dem Umgang eines Fotoapparates unterschiedlich viel „Spaß“!
Quintessenz: Die Porst Reflex cx6 mit dem Pentaflex 1,8/50 liefert ordentliche Ergebnisse bei schönem Wetter. Ansonsten wurden die Fotos etwas „matsche“. Eine emotionslose Kamera, die sich trotzdem nicht verstecken braucht. Sind wir nicht alle ein bißchen Mittelmaß? 😉

Benötigte nackte Fakten
Porst reflex cx6 aka Praktika LTL, Hersteller: VEB Pentacon von 1972-75, Film: Kodak Gold 200, Objektiv: Pentaflex1,8/50, Batterie V 625 U

 

 

 

Hinterlasse doch einen Kommentar :-) / Achtung: Freigabe nach Prüfung!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert