Praktica TL1000 – Eine emotionslose Sache
Ich merke gerade: Ich bin im Moment von den „einfachen“ Spiegelreflexkameras „gesättigt“!
Und dazu zähle ich optisch sowie technisch auch die Praktica TL1000.Vorschau (öffnet in neuem Tab)
Warum man sich damals (oder sogar heute noch) gerade für diesen analogen Fotoapparat entschieden hat, war wohl reines Verkaufstalent des Einzelhändlers.
Für gewöhnlich mag ich diese Art von Auslöser: Perfekt für die Zeigefingerkuppe. Bei der Praktica TL1000 stört mich jedoch die absolute Nähe zur Belichtungsmessung! Klar: Beides sollte „auf einem schnellen Wege“ liegen. Mein Gefühl sagt mir jedoch, dass ein Mensch mit Wurstfingern beides gleichzeitig betätigen könnte 😉 Bei der Porst reflex cx6 habe ich das so nicht in Erinnerung (wobei diese doch eigentlich ebenfalls eine Praktica ist! 😉 ).
Auch die Revueflex 1001 von dem Battle mit Andre packe ich in die Riege der Kameras „Und-jetzt-bitte-mal-etwas-anderes!“ Müsste ich mich zwischen den drei Fotoapparaten entscheiden, würde ich sagen: Eeeeegaaaaal!!! 😉 Daher auch meine Einleitung zu dieser Rezension. Wenn man weiß, was man zu tun hat (Blenden-/Zeitspielerei) und zusätzlich zur Sicherheit jeweils einen Belichtungsmesser zur Seite hat, kann man sich wirklich eine von diesen oben genannten Kameras auswürfeln…! Hauptsache das Objektiv in der Brennweite und Leistung sagt Euch zu → das ausführende Gerät macht nur „Klack“. Auch mit anderen Objektiven wäre hier der Funke nicht übergesprungen…
Auf meiner Praktica TL1000 war ein Carl Zeiss (wie so meistens mit) 50 mm Brennweite und 1:2,8 Jena DDR. Für die Scharfstellung könnt Ihr das Messkeilpaar in der Mitte des Suchers nutzen (mein Favorit: Das Objekt an den Linien so zusammen puzzeln, dass die Übergänge an der Schnittkante fließend sind) oder den Ring daneben, das so genannte „Mikroprismenraster“. Da brauche ich schon etwas mehr Geduld, um mir sicher zu sein, dass dieses Feld nun „flimmerfrei“ ist. Aber: Jedem Tierchen sein Pläsierchen! 😉
Wandern wir mal weg von dem Kameragehäuse und wenden uns dem Film zu. Dem Agfa Color 400. Wir sind ehrlich gesagt Geizhälse und kaufen für gewöhnlich den Kodak Gold 200. Auch wenn wir wissen, dass die Leistung der Kamera neben der Optik/Linse auch mit dem Film steht und fällt. Und manchmal hat man wie bei den Fotoapparaten das Bedürfnis nach Abwechslung und ist auch dort gespannt auf die neuen Ergebnisse 😉
Der Agfa Color 400 ist da etwas eigenwilliger als sein Kollege von Kodak. Klar – durch die etwas höhere Empfindlichkeit muss man ihm natürlich das sichtbarere Korn gönnen können. Die Farben sind recht zurückhaltend und die hellen Bereiche frisst der Film komplett und verschlingt gerne Details. Nicht hilfreich also, wie ich im Hochsommer damit loszuziehen 😉 Bitte nicht enttäuscht sein, wenn dies Euer Anfängerfilm ist: Es ist nicht Eure fotografische Schuld 😉 Aaaaaber?!: Ihr wollt Retro? Ihr bekommt Vintage! 😉 So wie bestellt 😉 Körnig und „alte“ Farben!
Wenn man genau hinschaut: Ich habe ein Einhorn von oben erwischt!!!
Damit Ihr vielleicht mal eine Idee davon bekommt, was eine Überbelichtung mit Euren Fotos macht, habe ich hier das selbe Motiv mal mit unterschiedlichen Zeiten fotografiert. Ich habe jeweils die Blende 2,8 genommen, um wenig Tiefenschärfe bei den Wassertropfen zu erzielen. Das helle Foto ist mit einer Zeit von 1/125 und das unten rechts mit 1/500 entstanden. Schon Wahnsinn…!
Die entstandenen Bilder mit der Praktica TL1000 sind „ganz nett“ (die kleine Schwester von Sch… 😉 😉 ). Rotterdam bietet so viele Motive – aber trotzdem hat diese Spiegelreflexkamera nicht oft den Weg aus der Tasche in meine Hände gefunden. Und auch im Nachhinein: Nicht schlimm: Der Film hat mich ja schließlich auch nicht überwältigt 😉
Trotz dessen gibt es auch hier nackte Fakten:
Hersteller Pentacon DDR, Baujahr 1980-86, für die Belichtungsmessung eine Knopfzelle PX625/V625U, verwendeter Film: Agfa Color 400
Mal eine ganz andere Frage: Brennt Euch etwas unter den Nägeln, was Andre und ich mal in diesen Blog packen sollten? Ein Thema? Eine bestimmte Art von Kamera? Sprecht! Gebt uns Zeichen 😉 Wir sind ja selber neugierig, was Euch interessiert 🙂



