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Yashica 270 AF – Welch ein Brecher

Vererbt bekommen haben wir diese analoge Spiegelreflex von Andres Arbeitskollegen. Der Klassiker: Durch die Digitalisierung vor Jahren ausgetauscht und seitdem im Schrank verstaubt. Und durch unser Retro-Hobby nun wiederbelebt/reaktiviert 😉
Puh… Das Gewicht der Yashica 270 AF muss man wirklich wollen! Will die Yashica mit ihrer Masse Qualität nur vorgaukeln oder hält sie ihr Versprechen?

 

Ich bin von beidem ein Fan: Von einer „modernen“ Spiegelreflex mit Autofokus und auch dem Zoomen. Ich mag es nicht, für eine Kamera mehrere Objektive mitzuschleppen.
Bis ich meine Tasche geöffnet und die passende Linse montiert habe, ist mein Motiv vielleicht schon verschwunden!

Bei dieser Kamera hat mich jedoch von Anfang an die Dysbalance gestört. Ich setze die Yashica 270 AF mal in den direkten Vergleich mit der schon rezensierten Sigma SA300. Und da fällt mir bei der Yashica als erstes das Übergewicht Richtung Objektiv auf.
Im Grundgewicht von Body inkl. Linse tun die beiden sich nicht viel (Yashica 1170g zu 1000g der Sigma… Naja… Sind dann ja doch fast 20% mehr… Dass man die wirklich so merkt!). Aber bei der Yashica 270 AF hat man ständig das Gefühl, dass sie nach vorne kippen möchte, obwohl das Gehäuse doch ordentliche Maße besitzt. Da liegt das Gewicht der Sigma mit dem großen Objektiv ausgewogener in der Hand! Ich komme bei der Yashica jedoch besser mit dem Drehen zur Brennweitenänderung klar, als mit dem Schieben und Ziehen bei der Sigma. Aber das ist Gewöhnungssache und wie man mit welchem System groß geworden ist 😉

 

 

Da ich ja stets mit mehreren Fotoapparaten unterwegs bin und nicht zu lange mit der jeweiligen Entwicklung eines Filmes warten möchte, wurde also auch die Yashica 270 AF konsequent mitgeschleppt – und das muss man bei Gewicht und Größe wirklich wollen!!!

Zum erstmaligen Bestücken hatte ich sie für den Japan-Tag in Düsseldorf ausgewählt, da ich Hoffnung auf tolle Cosplayer und somit Porträts hatte (gab es auch hier und da zwischen den unglaublich unzähligen Merchendise-Zelten 🙁 ). Somit wollte ich wie anfangs beschrieben diese Art von Kamera aus zweierlei Gründen: Des Zoomes wegen, damit die zu fotografierende Person mich nicht bemerkt und den Autofokus für die spontane Schnelligkeit im richtigen Blickwinkel. Ich mag Personenfotos, bei denen das “Model“ so natürlich wie möglich agiert. Gestellte Sachen wie „Das Kinn bitte mehr Richtung Lichtquelle heben“ oder „Die eine Schulter bitte weiter zurück – sie ist gerade zu dominant im Bild“ sind mir ein Graus!!! Die Schokolandenseite und Persönlichkeit lässt sich meiner Meinung nur durch Spontanität ablichten. Per Reflex des Fotografen und nicht durch künstliches Drapieren. Ich habe dafür der Kamera halt eine Blende von 4,5 bzw. 5,6 vorgegeben (zur Fokussierung der Person und Ausblenden des Vorder- und Hintergrundes durch Unschärfe): Belichtungszeit und Schärfe sollte sie mal schön für mich übernehmen! Was sie sehr gut gemeistert hat!

 

 

Einmal habe ich wohl so richtig geflucht und dachte, die Kamera taugt überhaupt nichts! Da wollte ich ein schönes Porträt machen und die Kamera fand zum verrecken den Schärfepunkt nicht! Okay. Andre hat das Objektiv einfach entfernt, über die Kontakte gerubbelt und schon tat sie wieder, was sie sollte. Die Situation des Fotos war vorbei aber die Kamera wieder einsatzbereit (die Lösung kann manchmal so einfach einfach sein! Genau wie die Klopftechnik, nicht wahr Andre?! 😉 ).

Zusammen mit der Canon Top Twin ging es für die Yashica 270 AF auch nach Wiesbaden. Und ich wusste schon immer, dass auch wir beobachtet werden… 😉 :

 

Für mich persönlich keine Kamera für Urlaubsreisen (wie bei der Nerobergbahn – das kann auch eine Point&Shoot!)! Sondern eher für Porträt- und spontane Streetfotografie.

Vielleicht mit einem ambitionierten Hobbyfotografen von heute zu vergleichen: Eine unauffällige Kamera wirkt zwar nicht so imposant wie eine Leica, reicht jedoch für den Hausgebrauch für gewöhnlich aus 😉 Aber wer was hermachen möchte, zeigt halt lieber die dicken Dinger 😉 (Man verzeihe mir meine scharfe, weibliche Zunge 😉 ).

Und ich mutmaße mal, dass die Yashica 270 AF in den Händen des damaligen Besitzers zu selten genutzt wurde. Eine wage Vermutung und Unterstellung… Aber die, die sich wirklich für Fotografie interessiert haben, griffen wohl eher zu Canon, Nikon oder Minolta. Diese Kamera war wohl etwas für „Hey Mister Wichtig…!“ Denn ihre Dimensionen und Gewicht sind den Ergebnissen nicht gerecht. Bzw. was heißt „nicht gerecht“?! Denn sie macht ja gute Fotos! Aber zu welchem Einsatzgebiet hätte ich diesen Aparillo denn bitte kontinuierlich mitschleppen sollen? Und Mitbewerber bauten da schon leichtere Geräte und Optiken!

Und für die technischen Details und Bedienungsanleitung müsst Ihr heute mal die digitale Suchmaschine anschmeißen! Von mir gibt es heute nur die Resultate und Geschwafel 😉

Die nackten Fakten:
Hersteller Kyocera Ende 1991, verwendeter Film Rollei RPX 400

Reicht das für heute? 😉

 

 

Loretta 72%

Technik 73%
Optik/Haptik 63%
Spassfaktor 63%
Fotoqualität 88%

 

 

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