Olympus mju III wide 100 – Ich wurde versöhnt
In edler Champagner-Farbe kommt sie daher, die Olympus mju III wide 100. Ein richtiger Mädchen-Fotoapparat…! Genau das Richtige für eine Diva wie mich 😉
Diese Point&Shoot ist ganz weit weg von dem üblichen „clean“! Die Mitbewerber sind für gewöhnlich klassisch Schwarz und nüchtern gestaltet. Ich möchte mutmaßen, dass Anfang der 2000er die Olympus mju III wide 100 eher für Dramaqueens gedacht war als für die Bodybilder! 😉 Ich liiiiieeeeebe klischeedenken 😉 Alleine diese Strasssteinchen als Bedienungsknöpfe… 😉
War ich etwa waghalsig, genau diesen Prunk zu ihrem ersten Einsatz in den Urlaub mit nach Nordmazedonien zu nehmen? Da sind doch die Brillis oder gar die ganze Kamera schneller weg als man gucken kann?!?! Mitnichten!!!
Warum wird man von den Bekannten eigentlich schräg angeguckt, wenn man sagt, dass der nächste Urlaub nach Nordmazedonien geht? („Wie jetzt? Nicht Mallorca oder zumindest Italien?!“).
Ehrlich? Ich bin auch nur auf dieses Land gekommen, weil ich ein günstiges Reiseziel gesucht habe. Flug und FeWo mehr als bezahlbar. Das Bier im Übrigen auch 😉 Bei weiterer Recherche hat mich überzeugt, dass es für Andre viel Natur gibt und für mich die imposante Innenstadt (wenn auch neu gestaltet, da 1963 ein übles Erdbeben dort wütete. Der Aufbau der Innenstadt erfolgte durch Unmengen Statuen und viel zu vielen Pflastersteinen. Bei 40 °C war die Sonnenreflektion eine Qual).
Und wie schaut es nun mit der Sicherheit in diesem Land aus? Unser Abflug war nachts um 3 Uhr, so dass wir uns um 1 Uhr mit gepackten Koffern auf den Weg zum Busbahnhof Richtung Flughafen machten. Unsere erste Begegnung (mit laut scheppernden und auf uns aufmerksam machenden Koffern) waren zwei Teeny-Mädels von maximal 15 Jahren. Danach: Leere. Bei der Ankunft am Busbahnhof zwei weitere Kontakte: Eine Dame, die genauso wenig wie wir wusste, ob dies die richtige Haltestelle war und des Weiteren ein Rudel Streunerhunde. Vor dem letzteren hatten wir Respekt 😉 Nachdem sich jedoch einer davon neben meine Füße legte und anfing zu dösen war klar: Alles tiefenentspannt hier 😉 Die Deutschen sollten mehr selber erkunden anstatt sich im voraus schon kirre machen zu lassen 😉
Aber öffnen wir endlich mal die Olympus mju III wide 100, indem wir die Linsenabdeckung zur Seite schieben. Elegant finde ich, wie der Blitz leicht diagonal nach oben schnellt. Passt zum fließenden Gesamtkonzept! (Haben die anderen mjus übrigens auch 😉 )
Praktisch finde ich, dass durch die besagte Klappe die Finger am Rand der Kamera bleiben und man nicht in Verführung gerät, die Linse oder den Infrarotsensor zur Entfernungsmessung zu bedecken. Ist man beim Herauszoomen zu forsch, kann es durch den Gegendruck der Frontfinger zum Schließen der Olympus kommen. Zwar nicht ganz – doch die Elektronik stellt schon mal ihren Betrieb ein und das Objekt der Begierde kann bis zum „Wiederhochfahren“ der Elektronik weg sein… Bei der mju III wide 100 nicht so schnell wie bei der mju zoom, aber kann vorkommen.
Die Suchergröße ist ausreichend, farbneutral und besitzt einen Dioptrienausgleich. Der Zoombereich von 28-100 mm ist genauso wie die Größe und das Gewicht des Fotoapparates ideal für den Urlaub. Für Erinnerungen, bei denen man selber mit auf dem Bild sein möchte (können ja nicht alle so fotoscheu sein wie ich 😉 ), gibt es sogar eine Fernbedienung.
Bei einigen zuletzt getesteten Point&Shoot-Kameras mit Zoom musste ich feststellen, dass sie unheimlich schnell lichtschwach sind und ruck zuck den Blitz zuschalten. Das hat die Olympus mju III wide 100 viel besser im Griff. Sie arbeitet mit Blenden zwischen f 4,6-11.9 und keines meiner Bilder wurde wegen einer zu langen Belichtungszeit verwackelt. Vielleicht lernt man ja auch dazu, dass man bei solchen Kameras besser einen 400er Film nutzen sollte! 😉
Auch klappt es mit dem dem 3-Wege-AE-System sehr gut, die Harmonie des Lichtes auf dem gesamten Foto herzustellen. Nichts säuft ab, alles gut ausgeleuchtet. Ebenfalls hat die Schärfe um einiges besser funktioniert als bei meiner getesteten mju zoom (oder ich hatte damals damals eine Montagsproduktion?!). Selbst die hektischen Hühner hat sie getroffen (oder war es Zufall? In dem Haufen musste sie ja auch Glück haben, irgendeines scharf gestellt zu bekommen 😉 „Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn!“ Sorry – der musste sein 😉 Wer der Kamera dies nicht überlassen möchte, kann für sich die Spotmessung aktivieren.
Aber auch die Spiegelungen bei diesem Gebäude in Düsseldorf hat die Olympus mju III wide 100 nicht irritiert.
Jepp. Sie hat ihren Job gut gemacht. Mein Lob. Wer den Preis dafür bezahlen möchte, dürfte eigentlich von den Ergebnissen nicht enttäuscht sein und die Kosten nicht bereuen! 🙂
Die nackten Fakten:
Hersteller Olympus Ende 2002, Film Ilford HP 5+ 400 ASA, Batterie: CR123A, Verschlusszeit 4sec bis 1/630stel (im Telebereich 1/410), Blende f 4,6-11.9



